Indonesien

Indonesien: grösster Inselstaat

Die südostasiatische Republik Indonesien ist der grösste Inselstaat der Welt.

Er erstreckt sich über eine Distanz von 5'100 Kilometern. Indonesien wurde 1949 von den Niederlanden unabhängig. Die Hauptstadt Jakarta mit ihren 23 Mio. Einwohnern liegt auf der Insel Java, auf der mehr als die Hälfte aller Einwohner des Landes leben.


Religiöse Freiheit ist nicht gewährleistet
88% der 242 Mio. Einwohner bekennen sich zum Islam. Damit ist Indonesien das Land mit der weltweit grössten muslimischen Bevölkerung. Die religiöse Freiheit gerät zunehmend unter Druck. Darunter leiden vorwiegend die rund 18 Millionen Christen. Extremistische Bewegungen führen eine intensive Kampagne zur Islamisierung des Landes. Die Regierung hat Mühe, dem entgegenzusteuern. Die Provinz Aceh – hierzulande bekannt geworden durch den Tsunami Ende 2004 – hat von der Zentralregierung gar die Genehmigung, das islamische Gesetz, die Scharia, anzuwenden. Auch in anderen Regionen gab es in den vergangenen Jahren eine deutliche Zunahme von lokalen Gesetzesinitiativen, welche sich an muslimischen Grundsätzen orientierten. Sie betreffen zum Beispiel Kleidungsvorschriften wie das Kopftuch. Es gibt inzwischen mindestens 46 solcher Gesetze und in manchen Gegenden werden sie auch auf Nichtmuslime ausgeweitet.

Schliessung von Gottesdienstlokalen, Bauverbot bei geplanten Kirchen auf der Hauptinsel Java und teilweise Zerstörung von Kirchen sind Dauerbrenner. Oft werden Kirchen mit Geldbussen belegt, weil sie ohne Genehmigung Gebäude erstellen. Es werden aber generell für den Bau kirchlicher Gebäude keine Genehmigungen erteilt.

Über 65 Millionen Indonesier leben in Armut, wobei es starke regionale Unterschiede gibt. Besonders in Grossstädten wie Jakarta gibt es ausgedehnte Slums. Auf Java gibt es etwa 1,7 Mio. Strassenkinder. Angesichts fehlender Perspektiven lassen sich viele für den fundamentalistischen Islam gewinnen.

Unsere Hilfe

Theologiestudium
Die Christliche Ostmission COM ermöglicht jungen Christen ein Theologiestudium. Die Studenten kommen meist aus Familien, die nicht in der Lage sind, die Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren. Dieses Studium dauert vier Jahre. Während des Studiums lernen die Studenten auch, sich selbst zu versorgen. Dies ist ein wichtiger Bestandteil des Studiums. Damit sind sie später in der Lage, ihrer Kirche auch ohne finanzielle Unterstützung zu dienen. In einem Land, wo Christen unterdrückt werden, ist das enorm wichtig. Meist übernehmen die Theologen nach Abschluss einen vollzeitlichen Dienst in einer christlichen Gemeinde.

Kinderclubs

Allen Schwierigkeiten zum Trotz, gibt es in Indonesien eine gut organisierte Arbeit mit Kindern. Von der COM unterstützte Studenten leiten oftmals diese Kinderstunden. Für alle Mitarbeiter ist das ein sehr risikoreiches Engagement. Wenn sie angezeigt werden, müssen sie mit Gefängnis rechnen. Durch die christlich geführten Kinderclubs können auch viele Kinder mit islamischem Hintergrund erreicht werden.

Punktuelle Hilfe

Schliesslich beteiligt sich die Christliche Ostmission punktuell beim Kauf von Land und Liegenschaften, die als Unterrichtsstätten und Unterkünfte für Studenten genutzt werden.


Wissenswert

Die indonesische Regierung bewilligt praktisch kein Baugesuch für christliche Kirchen. Gottesdienste müssen in grossen Hotels durchgeführt werden, weil es sonst keine Möglichkeiten gibt. Die Regierung erreicht ihr Ziel, das Wirken der christlichen Kirche erheblich zu erschweren. Diese lässt sich jedoch in ihrem Anliegen nicht entmutigen.


Überfälle auf Gottesdienste und die Ermordung von Christen haben in den letzten Jahren etwas abgenommen. In verschiedenen Gebieten des Landes – gerade in Aceh, wo die Scharia angewendet wird – kann es jedoch lebensgefährlich sein, den christlichen Glauben zu praktizieren.

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