Kambodscha

Kambodscha gehört zu den wirtschaftlich schwächsten Ländern der Welt

Knapp 5 Millionen Kambodschaner – mehr als ein Drittel der Bevölkerung – leben unter der Armutsgrenze.

90 Prozent davon leben auf dem Lande. Eine langfristige und nachhaltige Entwicklung in Kambodscha muss deshalb unbedingt eine Stärkung der Landwirtschaft beinhalten. Alle für die Wirtschaft des Landes wichtigen Bereiche wie der Textilsektor, der Tourismus und die Bauwirtschaft sind durch die Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen. Diesen Konjunkturabschwung bekommen in erster Linie die Frauen zu spüren. Eine Diversifizierung der Wirtschaft wäre wichtig. Das Niveau des Bildungswesens ist trotz der Bemühungen der kambodschanischen Regierung immer noch stark unterentwickelt. Bisher haben die Verlängerung der Lehrerausbildung von einem auf zwei Jahre, die Anhebung der weiterhin geringen Lehrergehälter, die Bekämpfung der Korruption, die Schaffung von fairen Zugangsbedingungen zur Universität und gerechte Abschlussprüfungen noch nichts gefruchtet. Die meisten Kambodschaner haben auch keinen Zugang zu adäquaten Gesundheitseinrichtungen. Sie können es sich schlicht nicht leisten.

Kambodscha trägt eine schwere Geschichte mit sich. Nach der Fremdherrschaft durch Thailand und Vietnam folgte die Kolonialzeit unter Frankreich. Nur gerade von 1955 bis 1965 war das Land unabhängig. Mehr und mehr war Südostasien der Schauplatz für den Konflikt zwischen den Supermächten China, UdSSR und den USA repräsentiert durch die pro-westlichen Nachbarstaaten Südvietnam und Thailand auf der einen und dem kommunistischen Nordvietnam auf der anderen Seite.

1,7 Millionen Menschen kamen ums Leben
unter dem mörderischen Regime der Roten Khmer (1975-1978). Deren Führer, Pol Pot, liess über einen Drittel der damaligen Bevölkerung dahinraffen. Sie wurden auf den «Killing Fields» umgebracht oder verhungerten bzw. starben an Krankheiten oder Zwangsarbeit.

Überschwemmungen und Dürren
sowie der Mangel an Arbeitsstellen zwingen Jahr für Jahr zahlreiche Familien, in die grössten Städte zu ziehen. Aufgrund ihrer Armut und der unsicheren Lebensverhältnisse laufen die Kinder Gefahr, Opfer von Kinderhandel, Drogenkonsum oder Gewalt zu werden. Sie werden von Menschenhändlern entführt und offen verkauft. Häufig sprechen die Schlepper Strassenkinder gezielt an und machen ihnen Lockangebote. Die Mädchen werden oft ohne eine Chance der Gegenwehr zur Prostitution gezwungen. Andere Kinder arbeiten wie Sklaven in fremden Haushalten oder sie werden als Bettler auf die Touristen angesetzt.

Unsere Hilfe

  • Im Schutzhaus erfahren betroffene Frauen und Kinder, dass sie vor Übergriffen geschützt sind. Erst dann können Therapien und die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen beginnen. Viele zeigen in dieser Phase auch ihre Täter an und werden juristisch begleitet und unterstützt.
  • Nach der Rehabilitation werden die Kinder, die aus Schutzgründen nicht nach Hause können, in Pflegefamilien platziert. Die Familien werden für ihre wichtige Aufgabe geschult und regelmässig betreut. Gleichzeitig wird in den Dörfern über die Gefahren des Menschenhandels sowie über Gesundheit, Ernährung und Hygiene informiert.
  • Unwissend zu bleiben heisst, unnötigen Gefahren ausgesetzt sein. Deshalb bieten wir nebst Kindern, die im Schutzhaus leben auch Slumkindern eine Schulbildung an. So erhalten auch diese Kinder Zukunftsperspektiven und eine gute Voraussetzung, im Leben Fuss zu fassen.
  • Um die Zukunft ehemaliger Opfer zu sichern, engagiert sich die Christliche Ostmission stark für deren wirtschaftliche Unabhängigkeit durch Ausbildung und Vermittlung eines Arbeitsplatzes.

Wissenswert

50'000 Frauen und Mädchen werden in Kambodscha jeden Tag Opfer sexueller Ausbeutung – davon ist mindestens ein Drittel jünger als 18 Jahre. Dies gründet auch auf dem weit verbreiteten Irrglauben, dass Geschlechtsverkehr mit Jungfrauen eine HIV-Immunität bewirken kann.


Viele Mädchen werden im Bordell qualvoll wieder zugenäht, damit sie mehrmals als Jungfrau verkauft werden können.

Sehr oft sind es die Eltern selbst, die ihre eigenen Kinder verkaufen. Die Eltern handeln meist aus purer Not und zeigen nur selten Reue. Für ein Mädchen erhalten sie zwischen 10 und 120 Franken.

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