Zentralasien

Zentralasien: gross und dünn besiedelt

Zentralasien wird die Grossregion im Zentrum Asiens genannt.

Dazu gehören alle Staaten und Regionen, die keinen Zugang zum Ozean haben oder deren Flüsse nicht in einen Ozean entwässern. Laut UNESCO sind dies Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan (Astana), Kirgistan (Bischkek), Usbekistan (Taschkent), Tadschikistan (Duschanbe), Turkmenistan und die Mongolei. Zentralasien umfasst ein Gebiet von fast vier Millionen Quadratkilometern und einige der am dünnsten besiedelten Gebiete der Welt. Seine Bevölkerung von lediglich 86 Millionen Menschen umfasst mehr als 100 verschiedene ethnische Gruppierungen.

Christliche Minderheiten in Zentralasien stehen zunehmend unter Druck. Nachdem der offizielle Atheismus der Sowjetunion überstanden war, hatten es die nicht-orthodoxen, christlichen Gemeinden in den neuen zentralasiatischen Republiken dank eines liberalen Religionsrechts leichter. Doch unter dem Druck einer Allianz zwischen Islam und Orthodoxie und angesichts der Furcht der Regierungen vor der Politisierung des Islam verschlechterte sich ihre Lage in einigen Republiken wieder. So sind die nicht-orthodoxen Christen in ihrer Bewegungsfreiheit meist eingeschränkt. Andere können ihren Glauben gar nur im Untergrund ausüben.

Selbst anerkannte Kirchen werden oft schikaniert. Religiöse Literatur und Filme werden konfisziert, Gemeindegebäude unter fadenscheinigen Vorwänden geschlossen, Pastoren mit Gefängnis und hohen Geldbussen bestraft.

Radikale muslimische Missionare treffen laut einem Artikel von «Die Zeit» vom 9. März 2010 in den Gefängnissen Zentralasiens auf junge, bereits gewalttätige und willige Rekruten. Die Mehrheit wird wegen religiösem Extremismus inhaftiert. Hinter Gittern festigen sie ihre Position innerhalb dieser informellen Machtstruktur und können ihren Einfluss unter den Gefangenen verbreiten. So werden die Haftanstalten zu wichtigen Orten der Rekrutierung von Extremisten.

Unsere Hilfe

Der Einsatz der Christlichen Ostmission in Zentralasien konzentriert sich auf Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kasachstan. Die COM engagiert sich beim Gemeindebau der lokalen Kirchen. Die Kontakte sind durch ehemalige Studenten der christlichen Universität Divitia Gratiae (UDG) in Chisinau in Moldawien gewährleistet. Die UDG in Chisinau ist für Christen aus Zentralasien praktisch die einzige Gelegenheit, Theologie zu studieren und einen anerkannten Abschluss zu erlangen. Bis heute haben mehrere hundert Männer und Frauen aus Zentralasien das vierjährige Studium in Moldawien absolviert. Sie sind nach Abschluss ihres Studiums nach Zentralasien zurückgekehrt. Dadurch konnten wir über die Jahre ein gutes Beziehungsnetz in diesen Ländern aufbauen.

In Zusammenarbeit mit dem Theologischen Institut werden Pastoren und Missionare in Zentralasien begleitet und beraten. Ausbildungskurse und Seminare gewährleisten, dass möglichst viele Gemeindemitarbeiter Zugang zu Weiterbildung erhalten. Die Betreuung und Schulung lokaler Christen muss meist im Untergrund erfolgen. Die Lage der Christen in diesem Gebiet ist kritisch. Unsere Unterstützung hat darum auch einen stark ermutigenden Faktor.

Wissenswert

Früher bezeichnete man Zentralasien aufgrund der türkischen Bevölkerung als Land der Tataren, aufgrund der politischen Dominanz tadschikischer Bevölkerungsteile als Buchara oder im Zuge der russischen Kolonisation als Turkestan. Teilweise werden auch das südlicher gelegene Südturkestan, Afghanistan sowie im Osten die Mongolei und die Wüste Gobi (Innere Mongolei) zu Zentralasien gezählt. Turkmenistan gilt übrigens als eines der repressivsten Länder der Welt.

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