Aktion Weihnachtspäckli

Hunderte von Kirchen, Schulen und Vereinen sowie Tausende von Einzelpersonen und Familien stellen jedes Jahr im November gegen 90‘000 Weihnachtspäckli zusammen.

Die Aktion Weihnachtspäckli bringt Hoffnung nach Osteuropa

 

Helfen Sie mit und verschenken Sie Hoffnung! Vier Schweizer Hilfswerke setzen sich dafür ein, dass benachteiligte Kinder und Erwachsene in Osteuropa eine Weihnachtsüberraschung erleben. Im letzten Jahr haben 94‘700 bedürftige Erwachsene und Kinder mit strahlenden Augen ein Weihnachtspäckli in Empfang genommen. 31 Sattelschlepper transportierten die kostbare Fracht nach Moldawien, Albanien, Bulgarien, Rumänien, Serbien, Weissrussland und in die Ukraine.

 

Hunderte Kirchen, Schulen und Vereine sowie Tausende Einzelpersonen und Familien beteiligen sich jedes Jahr an der Aktion Weihnachtspäckli. Im November wird in der ganzen Schweiz eingekauft, gesammelt, gepackt, verziert und gespendet. Und das alles mit dem Ziel, Kindern und Erwachsenen in Osteuropa, die kaum je ein Geschenk erhalten, eine Freude zu bereiten.

 

Mehr als ein Geschenk

Ein Weihnachtspäckli aus der Schweiz bedeutet für die Beschenkten wertvolle Hilfe, aber auch ein Zeichen der Wertschätzung und Anteilnahme. Bedürftige Familien, Alleinerziehende, verarmte Rentnerinnen und Rentner, Menschen mit einer Behinderung oder Krankheit und Kinder in Schulen und Heimen freuen sich riesig über die kostbaren Geschenke.

 

Stark durch Zusammenarbeit

Vier christliche Hilfswerke in der Schweiz organisieren die Sammlung, den Transport und die Verteilung der Weihnachtspäckli gemeinsam. Langjährige lokale Partner in den Empfängerländern sorgen dafür, dass diejenigen Menschen ein Geschenk erhalten, die es am nötigsten haben.

 

Päckli für Erwachsene und Kinder

Standardpäckli sind die Voraussetzung für einen reibungslosen Transport und eine gerechte Verteilung. In die Päckli für Erwachsene packen Sie vorwiegend Lebensmittel und Hygieneartikel, in diejenigen für Kinder Schulmaterial, Spielzeug, Hygieneartikel und Süssigkeiten. Die Liste mit dem vollständigen Inhalt finden Sie auf www.weihnachtspäckli.ch und auf den Flyern zur Aktion Weihnachtspäckli. Bitte halten Sie sich genau an die Liste, damit die Zehntausenden von Päckli problemlos durch den Zoll gelangen, echte Bedürfnisse der Empfänger abgedeckt und alle möglichst gleich beschenkt werden.

 

Danke für Ihr Päckli

Sie schenken mit Ihrem Päckli einem bedürftigen Mitmenschen Hoffnung und Weihnachtsfreude! Gegen 500 Sammelstellen in der ganzen Schweiz nehmen bis am 26. November 2016 Ihr Päckli entgegen. Weitere Informationen finden Sie auf www.weihnachtspäckli.ch und auch die vier Hilfswerke stehen gern für Auskünfte zur Verfügung:

 

AVC, Industriestrasse 21, 2553 Safnern, Tel 032 356 00 80, mail@avc-ch.org

Christliche Ostmission (COM), Bodengasse 14, 3076 Worb, Tel 031 838 12 12, mail@ostmission.ch

HMK Hilfe für Mensch und Kirche, Zelglistrasse 10, 3608 Thun, Tel 033 334 00 50, info@hmk-aem.ch

Licht im Osten (LIO), Industriestrasse 1, 8404 Winterthur, Tel 052 245 00 50, lio@lio.ch

 

Erlebnisse von der Päckliverteilung

 

Moldawien: Das erste Päckli im Leben

Arthur kann nicht sprechen, er gibt unartikulierte Laute von sich. Aber er sprüht vor Verwunderung und Freude, als er zum ersten Mal in seinem Leben ein Weihnachtspäckli erhält!

Arthurs Eltern konnten sich das Leben mit einem behinderten Kind nicht vorstellen. Sie gaben ihre Elternrechte gleich nach seiner Geburt auf und arbeiten seither im Ausland. Grossmutter Eugenia wollte das hilflose Baby nicht in ein Heim abschieben und kümmert sich seither um den Jungen. „Jetzt ist Arthur schon 15 Jahre alt, und wir überwinden gemeinsam alle Schwierigkeiten, die uns auf unserem Lebensweg begegnen“, erzählt sie.

Und dann sprudelt es aus Eugenia heraus: „Ich war der Meinung, dass ich mein Kind gut erzogen hatte. Nie hätte ich erwartet, dass es sein Kind und mich einfach so vergisst. Das ist mir peinlich und tut weh. Doch trotz allen Belastungen bin ich Gott dankbar, dass Arthur und ich mit unseren spärlichen Renten überleben können. Natürlich reicht dieses Geld nicht für grössere Einkäufe, wie für die Windeln, die Arthur dringend benötigt. Aber da können wir halt nichts machen. Ich bin so dankbar, dass Ihnen Kinder wie Arthur wichtig sind. Sie haben uns an dieser Weihnachtsfeier für behinderte Kinder glückliche Momente geschenkt. Und Sie haben Arthur ein Weihnachtspäckli geschenkt! Noch nie in seinem Leben hat er so ein Geschenk erhalten. Seine Eltern interessieren sich ja überhaupt nicht mehr für uns beide. Umso mehr berührt es uns, dass uns fremde Menschen aus der Schweiz mit so einem schönen Päckli überraschen! Für mich ist das eine grosse Ermutigung, die mir neue Kraft zum Weiterleben gibt. Mit Gottes Hilfe und mit Ihrer Unterstützung können wir alle Schwierigkeiten überwinden!“

 

Albanien: Weihnachtspäckli im Bergdorf

Die vierzehnjährige Mira zeigt dem Päckliteam den weiten Weg auf den Hügel, wo sie und fünf weitere Schulkinder mit ihren Familien leben. Die Lehrerin der Dorfschule in der Nähe Tiranas hatte um einen Besuch gebeten. Sie hatte berichtet, dass die Kinder schlecht angezogen sind, auch an kalten Tagen wie heute, wo das Thermometer weit unter null Grad fällt.

Mira und ihre Mutter zogen vor einigen Jahren aus dem Norden Albaniens hierher, nachdem Miras Vater gestorben war. Die Mutter erhoffte sich in die Nähe der Hauptstadt ein einfacheres Leben und mehr Möglichkeiten für ihre Tochter. Nun hausen sie weit abgelegen vom nächsten Dorf in einer feuchten Hütte, die nach kaltem Rauch vom Holzofen stinkt. Aber Mira gibt ihre Träume und Zukunftspläne nicht auf, sie ist eine der besten Schülerinnen ihrer Klasse.

Voller Freude begrüsst die Mutter das Päckliteam schon vor dem Haus. Sie ist 48-jährig, wirkt aber viel älter, vom schweren Leben gezeichnet. „Es ist sehr lange her, dass uns jemand hier oben besucht hat, wir scheinen hier vergessen zu sein“, meint sie. „Die Lebensmittel und anderen Kostbarkeiten im Päckli sind eine riesige Ermutigung und Hilfe für uns.“ Auch Mira freut sich fest, sie bedankt sich von Herzen und richtet den Päcklimacherinnen und –machern liebe Grüsse aus.

 

Ostukraine: Weihnachtsfreude für Flüchtlingsfamilien

Männer fehlen in dieser Familie, die jetzt in der Nähe der Stadt Saporoschje lebt. Sie kämpfen im Krieg, sind verstorben oder haben sich sonst abgesetzt. So hat Grossmutter Nadja das Sagen. Staunend bewundert sie mit ihren drei Töchtern und sieben Enkeln all die Schätze, die sie in den Weihnachtspäckli aus der Schweiz vorfinden. Neben den kostenbaren Hygieneartikeln und Lebensmitteln freuen sie sich besonders über goldene Weihnachtssterne in einem der Päckli. Denn ihren Weihnachtsschmuck liessen sie mit dem grössten Teil ihrer Habe im nahen Kriegsgebiet zurück. Grossmutter Nadja flüchtete erst kurz vor Weihnachten, nachdem ihr Haus durch vier Granaten zerstört wurde. Sie blieb unverletzt, da sie wegen dem ständigen Beschuss bereits im Keller lebte. Ihre drei Töchter waren mit den Kindern schon früher geflüchtet. Am Anfang hausten alle eng zusammengepfercht in einem alten Häuschen.

Vor Kurzem konnten zwei der Familien ein eigenes Quartier beziehen. Die politische Gemeinde stellte ihnen leerstehende, halb zerfallene Häuschen zur Verfügung; und Baumaterial, um diese wieder einigermassen herzurichten. Nun ist es dort wohnlich und sauber, die Frauen wissen sich zu helfen. Von unseren lokalen Partnern erhalten sie und viele andere Flüchtlingsfamilien regelmässig Lebensmittel und bei Bedarf auch Kleidung aus der Schweiz. Sie sind sehr dankbar. Die Kinder haben Schreckliches miterlebt, und der grösste Teil ihrer ohnehin schon wenigen Habseligkeiten ist im Kriegsgebiet zurückgeblieben. So freuen sich alle riesig über ihre Päckli, besonders über die wertvollen Schul - und Spielsachen. Selbst die zwei Teenager-Mädchen hantieren begeistert mit den Spielzeugautos.

 

Moldawien: Päckliverteilung im Kinderheim

Aufgeregt warten die Kinder im Korridor des Heimes auf die Päckliverteilung. Als sie endlich hereinkommen dürfen, bleibt das zu erwartende Gerangel aus. Es berührt, wie jedes Kind Rücksicht auf die anderen nimmt. Die Gesunden helfen den Behinderten, bis alle einen Platz gefunden haben im engen Raum. Die Aufregung ist gross. Einige bringen den Mut auf, Verse und Weihnachtsgedichte vorzutragen. Am Schluss singen alle gemeinsam und lautstark Weihnachtslieder, eine berührende Weihnachtsfeier!

Endlich kommt der sehnlichst erwartete Moment: die Päckliverteilung. Sorgfältig nimmt jedes Kind sein Geschenk entgegen, viele schlingen ihre Arme darum. Ihre Augen leuchten voller Freude und Anspannung. Was sie wohl in ihrem Päckli finden werden? Jetzt dürfen sie zurück in ihre Zimmer und packen dort in Ruhe ihre Geschenke aus.

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