Das Land kämpft mit Korruption, Kriminalität und politischer Unsicherheit. Nordmazedonien strebt eine EU-Mitgliedschaft an, wird aber gleichzeitig von Russland, China und der Türkei umworben, was die geopolitische Orientierung erschwert. Die Wirtschaft profitiert kaum von der Globalisierung: Textilfirmen nutzen niedrige Löhne, um Kleidung «Made in Europe» herstellen zu lassen. Frauen arbeiten in Fabriken für Hungerlöhne unter schlechten Bedingungen, Überstunden werden nicht abgegolten, Pausen eingeschränkt, und Schmiergeld ist oft Voraussetzung für bessere Stellen. Der gesetzliche Mindestlohn liebt bei etwa 360 Euro, die Lebenshaltungskosten einer Familie bei 750 Euro.
Kinder sind besonders betroffen von den schwierigen Lebensbedingungen, Armut, mangelnde Ausweispapiere, fehlender Zugang zu Schule und Gesundheitssystem treffen aber vor allem Roma und Flüchtlingskinder. Viele arbeiten auf der Strasse, als Bettler oder Verkäufer, und sind Opfer von Menschenhandel. Das Land ist ein Transitstaat auf der Balkanroute, wodurch Flüchtlinge und Menschenhandel zusätzlich an Bedeutung gewinnen.
Nordmazedonien steckt somit in einem Spannungsfeld aus Armut, unklarer geopolitischer Orientierung, ethnisch-religiösen Spannungen und systematischer Ausbeutung, besonders von Frauen und Kindern. Die staatlichen Strukturen leisten kaum Schutz, und die Zukunft bleibt für viele unsicher.