Nepal ist ein Land, in dem Armut, Arbeitslosigkeit, Naturkatastrophen und politische Instabilität den Alltag bestimmen. Viele Nepalesen suchen ihr Glück als Arbeitsmigranten, oft in Malaysia oder den Golfstaaten. Täglich verlassen etwa 1700 Personen das Land, und ihre Geldüberweisungen tragen rund 25 % zum Bruttoinlandprodukt bei. Viele Familien sehen sich nur alle paar Jahre und sind für ihren Lebensunterhalt stark auf die Rücküberweisungen ihrer Angehörigen im Ausland angewiesen.
Frauen und Mädchen sind stark benachteiligt. Sie gehen weniger lange zur Schule, werden früh verheiratet oder von Familien als Hausmädchen verkauft. Traditionen, Mitgiftpflichten und Kastendenken erschweren ihre Lebensperspektiven erheblich. Mädchen und Frauen geraten besonders leicht in die Fänge von Menschenhändlern; jährlich werden etwa 20 000 Opfer von Nepal nach Indien verschleppt. Viele enden als Arbeitssklavinnen oder Sexarbeiterinnen, oft gegen ihren Willen, und sind Gewalt und Zwang ausgeliefert.
Die Religion prägt das Land: Rund 80 % der Bevölkerung sind Hindus und 10 % Buddhisten, wobei sich religiöse Zugehörigkeiten teilweise überschneiden. Nepal ist seit 2007 eine säkulare Republik, doch traditionelle Religionen dominieren. Christen bilden eine kleine, wachsende Minderheit, sehen sich aber durch ein Antikonversionsgesetz von 2017 verunsichert; dieses Gesetzt verbietet es, Menschen zu einem Religionsübertritt zu bewegen. Verstösse können mit Haft oder Geldstrafe geahndet werden, wodurch die Religionsfreiheit faktisch eingeschränkt wird.
Nepal ist geprägt von grossen Gegensätzen: Die beeindruckenden Himalaya-Berge symbolisieren die Schönheit des Landes, doch das Leben vieler Menschen ist geprägt von Armut, fehlenden Perspektiven, Ungleichheit und systematischer Benachteiligung, insbesondere von Frauen. Trotz wirtschaftlicher Chancen durch Migration, Tourismus oder Landwirtschaft bleibt die Mehrheit der Bevölkerung arm und verletzlich.